Google war gestern. So finden Kunden dich 2026.
Immer mehr Menschen suchen nicht mehr bei Google. Sie fragen ChatGPT, Perplexity oder den Google KI-Assistenten. Was das für dein Unternehmen bedeutet.
Vor ein paar Wochen saß ich mit einer Kundin beim Kaffee. Sie betreibt einen Friseursalon in Hannover. "Ich versteh das nicht", sagte sie. "Meine Website steht bei Google auf Seite 1. Aber die Anfragen werden trotzdem weniger."
Ich hab ihr gezeigt, was passiert, wenn man "bester Friseur Hannover" bei Google eingibt. Ganz oben steht jetzt kein normales Suchergebnis mehr. Da steht eine KI-Zusammenfassung. Google beantwortet die Frage selbst, mit Text, der aus verschiedenen Websites zusammengebaut wird.
Ihr Salon kam in dieser Zusammenfassung nicht vor. Obwohl sie auf Seite 1 steht.
Was sich verändert hat
2025 hat Google die sogenannten "AI Overviews" in Deutschland eingeführt. Das sind KI-generierte Antworten, die ganz oben in den Suchergebnissen stehen. Noch vor allen normalen Treffern.
Gleichzeitig nutzen immer mehr Menschen gar nicht mehr Google. Sie fragen ChatGPT. Oder Perplexity. Oder den Copilot von Microsoft. Diese Tools durchsuchen das Internet und geben eine fertige Antwort. Kein Klicken auf zehn verschiedene Websites mehr.
Die Zahlen sind deutlich. 69% aller Google-Suchen enden inzwischen ohne einen einzigen Klick. Der Nutzer bekommt seine Antwort direkt in der Suche. Und die Zahl der Menschen, die über KI-Tools auf Websites kommen, ist im letzten Jahr um über 500% gestiegen.
Das heißt nicht, dass Google tot ist. Aber die Spielregeln ändern sich.
Was KI-Systeme anders machen als Google
Google funktioniert wie ein Verzeichnis. Es zeigt dir eine Liste von Websites und du klickst dich durch. Die Website mit den besten Keywords und den meisten Backlinks steht oben.
KI-Systeme funktionieren anders. Sie lesen deine Website, verstehen den Inhalt und entscheiden dann, ob sie dich in ihrer Antwort erwähnen. Oder eben nicht.
Das Entscheidende: Du bekommst keinen Link auf Seite 1. Du wirst entweder zitiert oder du existierst nicht. Es gibt kein "fast auf Seite 1" wie bei Google. Entweder die KI nennt dich oder sie nennt jemand anderen.
Was du tun kannst
Das Gute: Die Grundlagen sind dieselben wie bei guter SEO. Schnelle Website, klare Texte, saubere Technik. Aber es gibt ein paar Dinge, die speziell für KI-Systeme wichtig sind.
Erstens: Beantworte Fragen direkt. KI-Systeme lieben Inhalte, die eine klare Frage klar beantworten. Nicht um den heißen Brei reden. Nicht drei Absätze Einleitung vor der eigentlichen Information. Die Antwort gehört nach oben.
Zweitens: Strukturierte Daten. Das sind unsichtbare Informationen im Code deiner Website, die Suchmaschinen und KI-Systemen sagen, was du anbietest. Dein Name, deine Adresse, deine Dienstleistungen, deine Öffnungszeiten. Alles in einem Format, das Maschinen sofort verstehen.
Drittens: Sei konkret. "Wir bieten qualitativ hochwertige Dienstleistungen" sagt einer KI gar nichts. "Badumbau in 5 Tagen ab 3.500 Euro in Hannover" sagt alles.
Was ich der Friseurin empfohlen habe
Wir haben drei Sachen gemacht.
Die Website hat strukturierte Daten bekommen. Jetzt weiß jede KI sofort: Das ist ein Friseursalon in Hannover, die machen diese Behandlungen, das sind die Preise, das sind die Öffnungszeiten.
Auf der Startseite stehen jetzt die häufigsten Fragen mit klaren Antworten. "Was kostet Balayage?" mit einer echten Preisspanne. "Wie lange dauert ein Termin?" mit einer echten Zeitangabe. Genau die Fragen, die Leute auch einer KI stellen würden.
Und wir haben eine Datei namens llms.txt erstellt. Das ist eine Art Steckbrief für KI-Systeme. Wenn ChatGPT oder Perplexity die Website besuchen, finden sie dort alle wichtigen Infos auf einen Blick.
Das Ergebnis
Drei Wochen später hat die Kundin Perplexity geöffnet und "Friseur mit Balayage Erfahrung in Hannover" eingegeben. Ihr Salon wurde als erste Empfehlung genannt. Mit korrekter Adresse, Preisbereich und Link zur Website.
Bei Google AI Overviews taucht sie jetzt ebenfalls auf. Nicht nur als blauer Link auf Seite 1, sondern direkt im KI-Text oben.
Wer sich damit beschäftigen sollte
Wenn du ein lokales Unternehmen hast, das von Laufkundschaft oder Online-Anfragen lebt, ist das Thema jetzt relevant. Nicht in zwei Jahren. Jetzt.
Die Unternehmen, die früh dran sind, haben einen Vorteil. Weil die meisten Konkurrenten das noch nicht auf dem Schirm haben. In zwei Jahren wird das anders sein.
Falls du wissen willst, wie dein Unternehmen bei ChatGPT und Co. abschneidet: Frag einfach nach. Gib deinen Firmennamen oder deine Dienstleistung bei ChatGPT oder Perplexity ein und schau, was rauskommt. Wenn du dort nicht vorkommst, sollten wir reden.
Sven Hüper
Ich helfe kleinen und mittleren Unternehmen bei der Digitalisierung. Websites, Automatisierung, KI. Ohne Fachchinesisch.